Kommentare 0

Fuchsien einwintern

Sehr viele Fuchsienfreunde überwintern ihre Lieblinge, jeder nach den ihm gegebenen Möglichkeiten..

In einem hellen, frostfreien Raum in Wintergarten, Gewächshaus oder Veranda. Wichtig ist die gute Belüftbarkeit des Raumes, die Temperaturen richten sich nach Bedarf der Benützung. Ganz junge Pflanzen werden weiterkultiviert, das heißt entspitzt, um Verzweigungen zu bekommen. Schön hochgewachsene Stecklinge kann man als Bäumchen weiter ziehen.

Alle Wildarten („Botanische Fuchsien“) und auch die Triphyllen mit den langen, schmalenBlütenröhren brauchen Temperaturen von 10 bis 15 Grad C.
Die Pflanzen werden nur in Form geschnitten und behalten ihre Blätter. Es wird sparsam gegossen, am besten am Morgen, damit die Pflanzen mit trockenen Blättern in die nächste Nacht gehen. Ebenso werden Spritzungen zum Pflanzenschutz lieber am Morgen durchgeführt, dabei kann man ab und zu WUXAL zur Pflanzenstärkung zusetzen.

Auf tierische und pilzliche Schäden ist im Winterquartier SOFORT zu reagieren! Auch hier sind es wieder Weiße Fliege, Blattläuse und Spinnmilben wie im Sommer, die Behandlung daher auch gleich mit einem Pflanzenschutzmittel der Insektizidgruppe und gegen Pilze (Pilzkrankheiten) vorbeugend spritzen mit einem spezifischen Pilz-Pflanzenschutzmittel oder Mischpräparat, zB. ein Rosenspritzmittel.

In allen Winterquartieren ist Sauberkeit das oberste Gebot, also sind alle abgestorbenen Pflanzenteile sofort zu entfernen!

In frostfreien aber dunklen Räumen, in Scheunen, Ställen, Garagen und Kellern. Frostfreie Unterbringung, aber mit maximal 7 – 10 Grad, hat den großen Vorteil, dass weniger Pflegearbeit im Winter anfällt. Stecklinge und Jungpflanzen eignen sich für diese Überwinterung nicht, die Pflanzen müssen schon „verholzt“ sein, dann kann man sie etwa ein Drittelzurückschneiden. Die restlichen Blätter mit der Schere abschneiden (!!), da abgefallene Blätter später kaum sauber genug entfernt werden können, ohne dass Grauschimmel (Botrytis) auftritt. Die Pflanzen werden beim Einräumen gut eingegossen und dann nach Bedarf etwa alle drei bis vier Wochen gegossen, lieber sparsam als zuviel. In sehr kühlen Räumen kann man sich das spätere Bewässern oft auch sparen, wenn man über den Topf oder Wurzelballen einen Plastiksack zieht und dann am Wurzelhals gut verschnürt. Die Feuchtigkeit bleibt dann im Topf bis zum Frühjahr erhalten. Ist der Keller zu warm hat man aber mit dieser Methode keine Möglichkeit zum Nachwässern und das kann zu Trockenschäden führen.
Beim Überwintern in frostfreien, kühlen Räumen sollen die Pflanzen möglichst nicht austreiben,denn alle „Geiltriebe“, wie sie heißen, kosten Kraft, die den Pflanzen im Frühjahr dann fehlt.Alle Geiltriebe müssen entfernt werden – im Frühjahr sind sie auf zwei cm zurückzuschneiden. Wichtig ist bei dieser Art der Überwinterung auch, dass an frostfreien Tagen so viel als nur möglich gelüftet wird!
Fuchsien in Fensterkistchen werden ebenso geschnitten und entblättert, je nach vorhandenem Platz kann man sie so wie sie sind in Stellagen an Kellerwänden aufstellen. Man kann die Pflanzen auch herausnehmen und eng an eng in leere Fensterkistchen schlichten und mit etwas Erde auffüllen. Vorsicht beim Gießen!!
Ausgepflanzte Fuchsien von Gartenbeeten oder Gräbern, die man vor dem Frost retten will, werden ausgegraben und zurück geschnitten; der gut angefeuchtete Wurzelstock wird samt Erde in ein Plastiksackerl gegeben und am Wurzelhals zugebunden. Kleinere Pflanzen kann man auch wieder in Kistchen oder gut drainierten Trögen lagern.

In Mieten überwintern, im Keller, im Freien oder in einem Plastiktunnel. Die Pflanzen überwintern hier nahe der Frostgrenze, so wie man früher Kraut, Kartoffel oder Rüben aller Art

im Winter gelagert hat. Egal wo man die Miete anlegt, auch hier können nur Pflanzen mit verholzten Zweigen überwintert werden.
Bei uns läuft das so ab: bei anhaltender Frostgefahr werden die Pflanzen grob zurück geschnitten und kommen dicht an dicht in einen Folientunnel, der nur mit einem Frostwächter ausgestattet ist. Dort können wir in den folgenden Wochen die Pflanzen nachschneiden und alle vorhandenen Blätter mit der Schere entfernen. Es wird auch mehrmals ausgiebig gegen Pilzkrankheiten und bei Bedarf auch gegen Insekten gespritzt. Die Pflanzen werden dann gut angegossen und nach dem oberflächlichen Abtrocknen ausgetopft, liegend oder leicht schräg in die Mieten (bei uns Hochbeete) geschlichtet und jede Lage gut mit Torfmull abgedeckt. Die Pflanzen sind so nicht so stark bruchgefährdet.
Wir bringen so etwa vier oder fünf Lagen auf einen Meter Höhe; mehr sollte es aber nicht sein. Wichtig ist, dass die Pflanzen nicht zu jung sind, also schon verholzt, und vor allem muss der Wurzelballen gut zusammenhalten, also gut durchwurzelt sein. Sind Frühjahrspflanzen aus irgendwelchen Gründen noch nicht so weit und wir haben keine anderen Möglichkeiten der Überwinterung, so graben wir diese Pflanzen ohne Rückschnitt samt dem Topf oder der Ampel ein; das erleichtert ihnen den Start im Frühjahr.
Ausgegrabene Pflanzen aus Blumenbeeten etc. werden wie schon oben beschrieben mit dem Wurzelstock in ein Plastiksackerl verpackt und verschnürt in die Miete eingegraben. Ebenso verfährt man mit Fensterkistchen-Pflanzen – sind sie gut durchwurzelt, werden sie ohne Kistchen und Drainage nach Rückschnitt und Entblätterung umgelegt und in der Miete eingeschlagen.
Die aufgeschichteten Pflanzen werden noch mit trockenem Material (Stroh, Styroporplatten, Decken, Teppichen etc.) gegen Kälte und mit einer Pflastikfolie gegen Tropfwasser geschützt. Ist die Miete im Freien, ist eine Sicherung gegen Mäuse mit engem Maschendraht notwendig und außerdem ist sie gegen das Eindringen von Wasser zu sichern. Im Keller ist die Behandlung entsprechend ähnlich.
Vorteile dieser Überwinterung: Im Winter ist keine Betreuung notwendig und die Pflanzen werden schädlingsfrei und in der Regel ohne unnötige Geiltriebe im Frühjahr ausgegraben. DerNachteil: die Pflanzen müssen ALLE im Frühjahr wieder neu eingetopft werden und der Platzbedarf in der Zeit des Überganges, bevor sie wieder ins Freie kommen, ist groß und schwer zu beschaffen.
Für welche Art des Überwinters sie sich entscheiden richtet sich nach den jeweils gebotenen Möglichkeiten. Vielleicht braucht man auch einige Saisonen, bis man für sich und seine Pflanzen den brauchbaren Weg gefunden hat.
Sind die ersten Fröste da, braucht man nicht in Panik zu verfallen. Fuchsien halten gut abgehärtet einiges aus. Einmal zurück geschnitten haben sie aber doch relativ schnell einen Frostschaden, der sich dann im Frühjahr bemerkbar macht.
Extrem große Pflanzen werden nach dem Rückschnitt wohl einen besonderen Platz zugewiesen bekommen. Wenn ich an die Pflanze bei einer Bäuerin im Rabenwald denke mit ca. 10 Metern Umfang, für sie war gerade die Garage groß genug.

Unsere Winterharten haben uns auch heuer Freude gemacht und blühten noch bis Oktober. Winterschutz: sie werden angehäufelt wie Rosen oder sie bekommen einen Kübel Komposterde ins Pflanzenzentrum, also an den Wurzelstock. Trockenes Herbstlaub wird noch aufgeschüttet und mit Reisigzweigen gegen den Wind abgedeckt, das sieht auch hübscher aus. Die Pflanzen werden jetzt NICHT zurück geschnitten. Erst im Frühjahr schneiden wir sie bodeneben zurück und verteilen das aufgeschüttete Erd-Material dann gleichmäßig.

Schreibe eine Antwort


*

code