Österreichische Fuchsienzüchter

Johann Nepomuk TWRDY (1806 – 1883),
einem guten Freund des Begründers der „Mendelschen Vererbungslehre“, des Augustinermönches und Naturforschers Gregor Mendel (1822 – 1884), der nach seiner Wahl zum Abt in seinem Abt-Wappen eine weiße Fuchsienblüte führte.

Johann Nepomuk TWRDY hat nach den Forschungen von Willi Grund/D rund 155 Fuchsiensorten gezüchtet (http://www.fuchsia-online.de/Twrdy/twrdy.html). Einige Sorten sind noch in der Fuchsiensammlung in Buchlovice / cz (www.zamek-buchlovice.cz) zu finden – nur ganz wenige sind in Österreich (z. B. ‚Deutsche Perle‘, ‚Eisleben‘, ‚Europa‘) noch zu bekommen.

Karl NUTZINGER – Der erste österreichische Fuchsienzüchter nach dem 2. Weltkrieg war Karl Nutzinger (1911 – 1979). Er war der Leiter der Gärtnerei von Stift Admont und wurde durch die Züchtung von Dahlien, Rosen und Fuchsien bekannt. Nutzinger-Fuchsien wurden sogar weltweit bekannt (z.B. „Elfriede Ott“, „Elisabeth“, „Robert Stolz“, etc). Ein fanatischer Gärtner wurde er auch genannt, denn sein großes Bemühen Positives über Österreichs Berufsgartenbau zu zeigen stillte er durch seine rege Teilnahme (Dahlien, Rosen, Fuchsien) an Ausstellungen in ganz Europa.

Für die österreichischen Fuchsienfreunde önnte man ihn als den fachlichen Vater in den ersten Jahren nach der Gründung des Vereines bezeichnen – er gab die brauchbarsten Kulturhinweise, konnte Anfänger und Fortgeschrittene begeistern und berichtete auch über seine Art Züchtungen zu machen.
Eine Liste seiner Sorten findet man im Anschluss als PDF zu öffnen und wie bei Twrdy in der Homepage von Willy Grund (www.fuchsia-online.de/Nutzinger/nutzinger.html), Bilder bei www.fuchsien.at und www.fuchsien.ddfgg.de

Josef Gindl – Geboren 1935 verlor Josef Gindl sehr früh seine Eltern und wuchs bei einer Bauernfamilie auf. Damit wurde wohl der Grundstein dafür gelegt später Zimmermann zu werden, doch mit knapp 30 Jahren stieg er auf Molkerei um und nützte die dort „besser geregelte Arbeitszeit“ seine Hobbys – Bienenzucht und Garten – auszubauen. Und dazu gehörten auch Fuchsien. Eine Frucht machte er aus Neugierde auf, fand Samen, säte aus und erhielt fünf Pflanzen, die im Folgejahr (1981) völlig unterschiedlich blühten. Ein Auftrag für ihn in seiner Naturverbundenheit weiterhin auszusäen und sich von den Ergebnissen überraschen zu lassen.

Ende der 80er-Jahre lernte er Walter Ducho kennen, erzählte diesem von seinen Fuchsien und gehört seitdem zu den Fuchsienfreunden. Ab 1990 war er (bis vor wenigen Jahren) regelmäßiger Aussteller bei den Fuchsienausstellungen, 1993 stellte er in Maissau aus und erstmals wurde eine seiner Züchtungen – auf ‚Gräfin Felicia‘ – getauft. Inzwischen sind es viele Sorten, darunter einige echte Supersorten wie z.B. ‚Schloß Zeillern‘ und ‚Margarethe Gindl‘, aber auch ‚Chris Lohner‘, ‚Most-Prinzessin‘, ‚Gräfin Felicia‘, ‚Guggy Löwinger‘ gehören in diese Spitzengruppe.
Die Liste seiner Züchtungen (Stand 15. Aug. 2010) finden Sie hier als PDF Download

Burgi Klemm – Seit 1989 sucht Frau Burgi KLEMM durch Kreuzung, Aussaat und Auslese neue Fuchsiensorten zu schaffen. Die ersten wurden 2002 bekannt gemacht – nach Enkelkindern und Freunden der Familie benannt. Bereits ab 2005 wurden die „Fuchsientaufen“ Teile von Ausstellungseröffnungen und Ehrungen. Bundesländer und Städte, markante Plätze und Menschen der österr. Geschichte wurden bei der Namenswahl ebenso berücksichtigt.
Burgi Klemm ist Gärtnerin mit praktischer und theoretischer Ausbildung, Erfahrung in Pflanzenkulturen ebenso wie in Garten- und Ausstellungsplanung sowie -gestaltung. Sie lebt in Vorau in der Oststeiermark.

Rosa Haubenhofer – hatte schon als Kind viel Interesse an Blumen, zuerst an Dahlien, die gab es im Garten ihrer Mutter, bald auch an Fuchsien. Erst bei einem Besuch der Insel Mainau begegnete sie schönen Kronen-Bäumchen, die auch Etiketten trugen. Das ergab einen doppelten Start: sie musste Bäumchen machen und alle mussten Namen haben! Das gleichzeitig auch von ihrem Mann gezeigte Interesse ergab eine gute Kombination – Fuchsien sammeln, Fuchsien pflegen und Fuchsien fotografieren.
 Es war das auch die Zeit Karl Nutzingers, bei ihm konnte man viel lernen, auch über die Züchtung neuer Sorten. Rosa Haubenhofer war bald auch soweit, eine ganze Reihe schöner Sorten hat sie geschaffen – überwiegend großblütige – und auch internat. registrieren lassen. Z.B. ’Blue Drops’, ’City of Graz’, ’Heimatglocken’, ’Lavaglut’, ’Maria Gosnik’, ’Sweet Darling’, usw. Auch Rosa Haubenhofers Sorten sind bei unseren Fuchsiengärtnern zu bekommen – den Umfang ihrer Züchtungen finden Sie als PDF Download, einige Bilder in der Fuchsiengalerie (www.fuchsien.ddfgg.de/) und in unserer HP.

Günter Nicola – Der gelernte Gärtner und ehemaliger Pferdezüchter war mit seinem Gestüt recht erfolgreich. Er lebte einige Jahre in Hamburg und fand dort Kontakt zu den Fuchsien – die Züchtung neuer Sorten lag natürlich nahe. In seiner anschließenden Heimat Krummnußbaum trat er bei der Gesellschaft der Österreichischen  Fuchsienfreunde ein. Die ersten Sorten entstanden 2002, inzwischen ist die Zahl stark angewachsen. Seit einiger Zeit ist Herr Nicola in Kleinzell beheimatet.

 

Mehrere Züchter

kamen nach der Ära Karl Nutzingers mit neuen Fuchsiensorten, die natürlich überwiegend für Sammler interessant waren.

Anna Brandstätter aus Prägraten in Osttirol (1934-2009) war eine begeisterte Fuchsiensammlerin und hatte deshalb viele Fuchsienfreunde als Besucher, besonders aus Westösterreich – jeder fand etwas, das er noch nicht hatte. Anna Brandstätter hat einige neue Fuchsiensorten gezüchtet – die Namen zeigen alle nach Tirol. ’Andreas Hofer’, ’Eduard Wallnöfer’, ’Gruß aus Osttirol’, ’Gruß aus Prägraten’, ’Simonespitze’ und ’Stadt Innsbruck’. Nahezu alle sind noch zu bekommen.

Ursula Bremer aus St. Anton/NÖ hat ebenso einige Fuchsiensorten gebracht, von denen noch drei bekannt sind: ’Fidelio’, ’Paul Bremer’ (winterhart) und ’West Side Story’.

Anna Fischer aus Großklein (Südoststeiermark) war eine begeisterte Fuchsiensammlerin, die zahlreiche Fuchsienfreunde in ihrer Umgebung förderte und auch einige neue Sorten brachte. Besonders bekannt geworden sind ’Großklein’ und ’Janja Fischer’, die es heute noch gibt. Sehr selten sind die anderen Sorten zu finden. Frau Anna Fischer verstarb 2010 im Alter von 90 Jahren.

Ignaz Lorenz jun. aus Mitterdorf /Stmk war einer der aktivsten Fuchsienfreunde der ersten Fuchsienvereins-Jahre in Österreich. Die Neugierde hatte ihn auch zum Züchten neuer Sorten verführt, was ihm gut gelang und er so einige Jahre für die Höhepunkte der Eröffnung von Fuchsienausstellungen, die „Fuchsientaufe“, schöne Neuheiten zur Verfügung stellen konnte. ’Gräfin Elli Trauttmansdorff’, ’Peter Rosegger’, ’Papa Lorenz’ und ’Waldheimat’ werden noch heute angeboten.

Aus der Liste Österreichische Fuchsien-Züchtungen können Sie vollständige Auskunft über den „Stand der Dinge“ etwa Mitte Oktober 2010 erhalten. Es ist natürlich aber anzunehmen, dass auch in den Folgejahren neue Sorten aus österreichischen Züchtungen kommen werden.

Bilder finden Sie in der Galerie der DDFGG ( http://www.fuchsien.ddfgg.de/ ) und in div. „Links“ von Fuchsienfreunden oder Fuchsiengesellschaften.
RK