... und weiter im Sommer 2009
In der August-Fuchsienpost habe ich ganz begeistert über die Fuchsientage und die Ausstellungen der österreichischen Fuchsienfreunde und unserer Gärtner berichtet. Ich dachte, schöner und begeisterter kann man nicht mehr arbeiten. Aber weit gefehlt – was wir in der zweiten Sommerhälfte bei unseren Teilnahmen an Veranstaltungen erlebten, war auch wieder eindrucksvoll und bestens vorbereitet. Die Bilder der Fuchsienpost-Mittelseite können nur teilweise wiedergeben, was wir alles gesehen und erlebt haben. Zu den einheimischen Veranstaltungen kamen noch zwei internationale dazu.

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Zur Erinnerung und zum Beweis wie eifrig wir heuer waren, zähle ich hier nochmals die vielen ehrenamtlich gestalteten Aktivitäten unserer zwei Gesellschaften auf: Da waren die Gärtnertage bei Ertl-Oliva, Gleichweit und Fassel, die Ausstellungen in Berndorf, Velden und Großsölk, die Fuchsientage bei Ertl-Oliva und Fassel, die Regionaltreffen in allen Landesgruppen und die offenen Gärten, die ich außer bei der Familie Gaisch gar nicht alle weiß. Da sehen Sie, es wäre sehr wichtig, mir davon wenigstens eine kurze Nachricht zu geben, damit ich auch davon berichten kann.

Mit Ende Juni waren dann die mehrtägigen Veranstaltungen zu besuchen. Da war zuerst das Eurofuchsia-Treffen in Paris. Wir sind mit dem Nachtzug hin und zurück gefahren, zu den Veranstaltungen in Paris und Umgebung wurden wir mit Autobussen befördert. Obwohl die Tagungssprache Englisch ist, gibt es mit Französisch immer wieder Probleme, aber da hat uns unsere Lore Ritschka mit ihren Französischkenntnissen weitergeholfen. Die Veranstaltung begann mit einem Begrüßungsdrink und der Vorstellung der Teilnehmer. Die Tagung nahm einen halben Tag in Anspruch, darüber gibt es einen eigenen Artikel zu lesen.

Wie üblich gab es ein sehr reiches Rahmenprogramm. Neben der üblichen Stadtrundfahrt, der Besichtigung des Schlosses Trianon und einem Gala-Abend war der Besuch des Arboretums in Chevreloup wohl am interessantesten. Ein Arboretum ist eine Sammlung von Bäumen, die besonders interessant oder sehr selten zu sehen sind, also ein Botanischer Garten für Bäume. Unter den prächtigen Bäumen waren viele Fuchsienhybriden gepflanzt, die sich dort sehr wohl fühlten. Sie blühten reich und waren auch mit deutlichen Namentafeln gekennzeichnet.

Dann hieß es zurück zum Autobus, und der führte uns den langen Weg durch den Park bis zu den Glashäusern mit den Wildarten der Fuchsien, die der Hauptpunkt des ganzen Programms waren. Diese Sammlung der Spezies ist zur Zeit wohl die umfangreichste in Europa, ich nehme an in der ganzen Welt, Ein ganzes Glashaus war dicht voll von bestens gepflegten und blühenden Wildarten. Fast alle Teilnehmer waren begeistert. Natürlich gab es auch zwei Verkaufsstände, die entsprechend genützt wurden, aber deren Angebot war nicht sehr reichhaltig. Die begehrten Hemsleyellas waren auch
dort nicht zu bekommen. Wir waren aber trotzdem froh, dieses Arboretum mit allen seinen Sammlungen gesehen zu haben.

Am nächsten Wochenende ging es weit in den Norden Deutschlands, nach Wismar an der Ostsee. Diesmal hatten wir unser Auto mit, weil wir auch weiter nach Schwerin wollten. Wir fuhren mit dem Auto nach Wien, mit dem Autoreisezug bis Berlin und dann mit dem Auto wieder bis Wismar. Dort fand die Jahreshauptversammlung der Deutschen Fuchsiengesellschaft statt, und wir vertraten unsere beiden Gesellschaften.

Außer der JHV war der Besuch der BUGA, (Bundesgartenschau) in Schwerin vorgesehen. Er hat sich auch gelohnt, die schönen Anlagen, das prächtige Schloß am See und vor allem die Fuchsienausstellung waren wirklich sehenswert. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, es war sehr heiß und deshalb war unser Rundgang durch die weitläufigen Anlagen sehr kurz. Wir brauchten aber auch viel Zeit für das Glashaus mit der Fuchsienausstellung. Prächtige, voll blühende Fuchsien in allen Größen, schön geordnet waren eine richtige Augenweide, beeindruckend auch für erfahrene Fuchsienfreunde. Mit einem Rundgang konnte man gar nicht alles erfassen, da waren die Neuzüchtungen von Karl Strümper, von Götz, Burkhart und Karl Heinz Saak und schöne Bonsais von Helga Saak, natürlich auch Species und winterharte Fuchsien. Die DFG kann einmal mehr stolz sein auf ihre Arbeit und die damit erzielte Werbung für ihren Verein und die Fuchsie.

Der Abend war für die JHV vorgesehen, die auch programmgemäß ablief.

Am Sonntagmorgen war die Tagung zu Ende. Wir durften uns dem Freundeskreis Nürnberg anschließen, die Lehmeiers hatten noch einen Besuch bei Frau Erika Borz vorgesehen, die wir schon von einem früheren Besuch her kannten. Mein Mann und ich wurden begrüßt wie alte Freunde. Wir sahen wieder schöne Fuchsien, gepflegt und reich blühend und natürlich gab es eine gute Bewirtung. Ganz unverhofft kam dann die neu gewählte Leiterin des Freundeskreises Berlin dazu und lud uns alle zu einem Besuch ihres Gartens ein. Kurz entschlossen packte Frau Borz die noch reichlich vorhandenen Kuchen und die vollen Kaffeekannen ein und weiter ging es zum nächsten Garten. Der war so groß, dass wir alle - etwa fünfzig Personen - uns wie verlaufen vorkamen. Die schöne Villa, die freundlichen Gastgeber und der gepflegte Garten waren beeindruckend. Für die Nürnberger war es aber schon höchste Zeit, den weiten Heimweg anzutreten, nur mein Mann wollte noch ein Foto des Ehepaares Helfrich machen,und dann wollten auch wir ein Hotel aufsuchen. Daraus wurde aber nichts, denn die Gastfreundschaft der Fuchsienfreunde in Berlin war überwältigend, Frau Petra lud uns zum Übernachten ein. Weil es zum Schlafengehen noch viel zu früh war, machten wir noch einen Besuch. Frau Borz fragte bei Familie Näser an, ob wir noch kommen dürften, und wir durften. Herr Helfrich führte uns, Frau Borz, meinen Mann und mich zum etwa eine halbe Stunde entfernten Haus der Näsers im Norden von Potsdam. Wir wurden freundlichst begrüßt, und nach der Besichtigung des einmalig schönen Staudengartens mit vielen Fuchsien führten wir noch zwei Stunden lang anregende Gespräche. Herr Dr. Näser ist Botaniker und seine Ausführungen waren so interessant, dass wir viel davon lernen konnten.

Am Montagmorgen nach dem Frühstück wollten wir endlich aufbrechen und wenigstens einen kurzen Besuch in Berlin machen. Daraus wurde aber wieder nichts, denn Frau Petra wollte immer wieder etwas über Fuchsien und über unser Vereinsleben erfahren, und diese Gespräche überzeugten sie derart, dass sie sofort Mitglied unserer GÖF wurde. Darüber freuten wir uns sehr, begrüßen sie nochmals herzlich in unserer Runde und hoffen sie noch öfters persönlich zu treffen.

Endlich, am Montag abend, war unser Auto wieder verladen und am Dienstag gegen Mittag waren wir wieder daheim, wohl etwas müde aber begeistert von den vielen wunderbaren Erlebnissen.

Eigentlich wollte ich nun über unsere Fuchsienreise berichten, aber dieser Artikel ist schon so lang, dass die Reise ein eigener Bericht werden muß.

Elisabeth Schnedl