Winterharte Fuchsien - Staudenfuchsien

Wir haben die Verwendung und Eignung der "Winterharten" für unsere Klimate geprüft und sie für wert befunden in unseren Gärten Platz zu bekommen. Eine so reiche Blüte von Juli bis zum Frost bieten wenige Kleingehölze. Und dort wo Luftzug ist, wo "die Luft nicht steht", dort wird es auch kaum Schädlinge und Pilzkrankheiten geben. Wir sollten sie viel mehr verwenden!

Unsere Winterharten stehen im leicht sauren Boden in der nördlichen Oststeiermark, fast 700 Meter über dem Meeresspiegel, innerhalb von 50 Metern neben einem Fichtenwald. Das Grundstück ist leicht nach Norden geneigt, der Winter ist also relativ lange. Seit mehreren Jahren pflanzen und pflegen wir winterharte Fuchsien in leicht veränderter Art und Weise, weil wir versuchen, unsere Erkenntnisse und Erfahrungen jeweils bei der nächsten Pflanzung einzubringen.

winterharte_01PFLANZUNG: Pflanzen mit guten Wurzelballen (mindestens Zweijährige!) Mitte Mai bis spätestens Ende Juni in tief gelockerten, mit Kompost und Torf - wenn nötig etwas scharfem Sand - verbesserten Boden so tief setzen, dass eine 8 - 10 cm tiefe Mulde bleibt. Der Wurzelballen ist dadurch tiefer im Boden und gegen Frost besser geschützt. Bis zum Herbst ist diese Grube dann durch jäten und hacken eingeebnet und mit einem Kübel Substrat und einer Laubdeckung als Schutz geht es in den Winter. Der Rückschnitt erfolgte immer erst im Frühjahr.

Begonnen hat es mit je einer F. mag. var. gracilis und einer 'Whiteknights`s Pearl' vor über zehn Jahren. Der Platz war schattig und windgeschützt. Eine Laubdecke half über den ersten Winter, später verloren wir die beiden Pflanzen wieder.

Im Folgejahr wurden an der Ostseite unseres Folientunnels vier F. mag. var. gracilis, eine F. mag. 'Alba' und eine F. mag. var. aurea in einer Reihe gepflanzt. Ein sonniger, windgeschützter Platz, jährlich im Herbst eine dicke Decke aus Kompost und Laub, die Pflanzen erreichten Höhen bis 180 cm (obwohl sie Jahr für Jahr bis zum Boden zurückfroren) und blühten und blühten und blühten...

Die nächste Pflanzung folgte im ursprünglichen "Gräsergarten", der im Frühling auch der Platz vieler kleiner früher Blumenzwiebelblüten war. Er sollte noch schöner werden. Vom Gestalterischen ein Volltreffer! Ein sonniger Spätherbst mit vielen Fuchsienblüten und den reifenden Gräsern - wunderschön zum Ansehen! Wir gaben eine massive Winterdecke. Den Fuchsien tat es gut, aber die Blumenzwiebel waren bei ihrem Versuch rechtzeitig zu blühen überlang geworden und nach dem Abräumen der Laubdecke lagen sie flach am Boden. Gegenüber den Gräsern, den Hemerocallis und auch den Herbstanemonen, konnten die Fuchsien sich nicht durchsetzen, obwohl wir durchwegs größere Pflanzen gesetzt hatten. Hier merkten wir sehr deutlich, dass Fuchsien dem Wurzeldruck anderer Pflanzen nichts entgegen zu setzen haben, absolut unterlegen sind!

Ein neuer Pflanzplatz wurde ausgesucht, die Wahl fiel auf ein fast vollsonniges Beet mit einigen Blütenstauden als Randpflanzen. Es sollte eine (fast) reine Fuchsienpflanzung werden, ergänzt von drei langsam wachsenden Rhododendren. Zwischen die neuen Winterharten, die teilweise aus 14 cm-Töpfen kamen, pflanzten wir als Bodendecker Saxifraga stolonifera, die wir ursprünglich nur als Topfpflanze kannten, von der wir aber zufällig einmal einen ganz winterharten Typ bekommen hatten. Drei Winter haben die Fuchsien bisher überstanden - die ersten Saxifragablätter im Frühjahr muss man ausschneiden, denn die zarten Fuchsientriebe werden durch sie beim Wachsen behindert. Fuchsien haben also wenig Wuchskraft, wenn man bedenkt, dass andere Pflanzen durch Asphaltdecken durchkommen... Im Frühjahr 2002 gab es eine Schwächung des Austriebes, vermutlich durch den trockenen Winter.

Im Sommer 2002 wurde dann ein Beet ganz allein für Fuchsien hergerichtet und bepflanzt. Bodendecker wurden Fuchsia procumbens. Der Boden ist dort feuchter, überwiegend sonnig. Es überlebten die mehr als 15 Grad Minus im folgenden Winter fast alle Arten und Sorten, die F. procumbens bildeten im Sommer fast eine geschlossene Decke (wo genug Licht vorhanden war). Bei den letzten zwei Pflanzungen, in denen wir auch schon mehrere Hybriden haben, zeigt sich, dass fast alle F. magellanica- und F. regia-Varietäten doch viel mehr Platz brauchen als wir dachten. 80 bis 100 cm Abstand sollte man bieten! Die F. mag.-Sorte 'Alba' braucht besonders viel Platz - 'Whiteknight`s Pearl' ist viel blühfreudiger!

Ein völlig neues Fuchsienbeet haben wir im Sommer 2003 gepflanzt, anstelle einer 20 Jahre alten Forsythienhecke. Mit etwas Fuchsiensubstrat haben wir den Boden verbessert. Im ersten (heißen!) Sommer 2003 klappte alles, ausgenommen die Sorte 'Hawkshead' (zart in Wuchs und Blättern, weiße kleine Blüten), sie hätte Schatten verlangt. Abwarten, wie der Austrieb im Frühjahr ist (sein wird).

Für heuer sind einige einjährige sehr zarte Jungpflanzen "echter" irischer 'Riccartonii' - eine F. mag.-Sorte, die in Irland verwildert ist - zur Pflanzung vorgesehen. Ob sie auch einmal eine Hecke bilden werden?

SORTIMENT: Neben den F. mag-Varietäten zeigten sich auch deren Hybriden bisher als sehr hart, z.B. 'Geni', 'Riccartonii' und 'Whiteknight`s Pearl'. Erfolg hatten wir aber auch mit 'Alice Hoffmann', 'Bernisser Hardy', 'Brutus', 'Dirk van Delen', 'Dollarprinzessin', 'Flash', 'Frühling', 'Garden News', 'Geertje', 'Golden Jubilee', 'Hawkshead', 'Howlett`s Hardy', 'Lady Boothby', 'Margaret', 'Mephisto', 'Mrs. Popple', 'Phyllis', 'Thamar', 'Tom West' und 'Vielliebchen'.