Fuchsiengallmilbe -  Aculops fuchsiae

Es gibt sicher einige Fuchsienfreunde, die noch nicht wissen, wer oder was das ist. Deshalb will ich versuchen, diesen Schädling zu erklären und vor ihm zu warnen. Die Warnung ist der eigentliche Grund für diesen Artikel, denn es steht die Urlaubszeit bevor, und da wird gereist, je weiter umso besser, und es gibt auch für den Fuchsienfreund nichts Schöneres, als ein Andenken in Form eines Stecklings oder einer jungen Pflanze mit nach Hause zu bringen. Das war viele Jahre lang kein Problem, aber seit 2003 ist sie, nämlich die Fuchsiengallmilbe, auch in Europa, genauer gesagt in der Bretagne in Frankreich, angekommen.

 
Die Fuchsiengallmilbe ist ein winzig kleines Insekt, weniger als 1mm klein und mit freiem Auge fast nicht zu sehen. Mit einer guten Lupe ist das aber sehr wohl möglich. Im Speichel der Gallmilbe sind Enzyme enthalten, die bei ihrer Saugtätigkeit ins Pflanzengewebe gelangen und die Bildung organoider Gallen in Form von Tumoren bilden. Die Eiablage erfolgt meist in den Spalten der Rinde, die Larven schlüpfen nach etwa 7 Tagen, dann folgen zwei Nymphenstadien und nach 21 Tagen ist das Insekt voll entwickelt.

 
Der Lebensraum der Gallmilbe sind der neue Austrieb, das Laub und vor allem die Spalten zwischen den Gallen, aber nicht die Gallen selbst.  Die Verbreitung erfolgt hauptsächlich durch den Wind, durch Vögel, Bienen und andere Insekten. Sehr oft aber auch durch die Menschen, sprich Fuchsienfreunde, die wie oben gesagt Stecklinge und auch fertige Pflanzen aus befallenen Gebieten mitnehmen.
Die Gallmilbe befällt nur Fuchsien, Beobachtungen haben aber ergeben, dass nicht jede Sorte oder Art befallen wird. Diese nicht anfälligen Pflanzen sind resistent .  Es wäre daher empfehlenswert, wenn die Züchter sich diesbezüglich informieren würden, denn die Resistenz ist übertragbar.

 
Die Gallmilbe mag eher kühle als heiße Temperaturen, es ist aber noch nicht klar, ob sie Temperaturen unter 0 Grad überlebt. Das ist neben allen Nachteilen ein Vorteil, denn bei uns gibt es während des Winters sehr oft Minusgrade.
Weil die Milbe so klein ist, wird man sie kaum zuerst finden, sicherer sind die Symptome, die sie hinterlässt. Das sind verkrüppelte und verfärbte Triebspitzen.

 
Die nun notwendige Bekämpfung ist sehr schwierig, außerdem ist der Befall  meldepflichtig. Am einfachsten und billigsten ist es, die befallene Pflanze zu verbrennen und eine neue zu kaufen. Größte Vorsicht ist geboten, wenn Sie die Pflanze entfernen, denn es kann schon die Umgebung angesteckt sein, oder ein Schädling hat sich in Ihrer Kleidung verfangen und Sie tragen ihn unbewusst weiter.
Es gibt noch genügend Hinweise, was man bei einem Befall tun kann, aber weil zurzeit unsere Gegenden noch nicht befallen sind, will ich nur zur Vorsicht raten. Hoffen wir, dass es noch lange so bleibt, und deshalb kaufen Sie nur in Gärtnereien, und bei Freunden achten Sie auf gesunde und ohne Verkrümmungen gewachsene Pflanzen.

        

Mehrere Teile dieses Artikels habe ich einer Broschüre des deutschen Gärtners Anselm Breukmann entnommen, den er etwa 2006, als dieses Problem in aller Munde war, zur Beruhigung und zur Information verfasst hat. Natürlich habe ich schon seit damals seine Erlaubnis ihn zu verwenden.

   

Elisabeth Schnedl

Vorstand-18.09.2016