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Sommerarbeiten für den Fuchsienfreund

Nun stehen in erster Linie die Pflegearbeiten an: Gießen, Düngen, Sauberhalten

JUNI: Gießen und wöchentliches Düngen sind jetzt die Hauptaufgaben. Das Entspitzen sollte bis Ende Mai beim Fuchsienliebhaber beendet sein. Einfachblühende Sorten brauchen vom letzten Entspitzen bis zur Blüte etwa 6 – 8 Wochen, gefüllt blühende ca. 10 – 12 Wochen. Ausstellungspflanzen müssen also schon viel früher formiert sein, um rechtzeitig für Ausstellungen zu blühen.

Zum Gießen hat Regenwasser natürlich den Vorteil, dass es ohne Chemie und abgestanden ist. Bei großen Sammlungen kann man es mit einer einfachen Pumpe und Schlauch verteilen und sich die Arbeit erleichtern.
Eine gute Art der Bewässerung von Töpfen, Trögen und Ampeln ist die Bewässerung mittels TROPFBLUMAT. Sie erleichtert die Arbeit ungemein, spart Wasser und unsere Pflanzen kommen auch einmal eine Woche ohne Nachbarschaftshilfe aus.
Die Düngung: Fuchsien zählen zu den salzempfindlichen Pflanzen, daher lieber öfter mit geringeren Konzentrationen düngen, als auf einmal zu viel. Keine ballentrockenen oder kranken Pflanzen düngen! Verwenden sie gut wasserlösliche Dünger, die im Substrat enthaltenen Dauerdünger sind um diese Zeit schon ziemlich verbraucht. Wir verwenden hauptsächlich HAKAPHOS GRÜN (20 N – 5 P – 5 K, 10 Mg) 0,1- 0,2 % (1 – 2 dag je 10 l Wasser) für die Wachstumsphase, also bis Knospenbeginn. Für die anschließende Blühphase nehmen wir HAKAPHOS ROT (8 – 12 – 12, 24 Mg) oder HAKAPHOS UNIVERSASL (Blau) mit neutralerer Zusammensetzung. Es werden auch noch andere gute Dünger angeboten, sie sollten aber auf die Zusammensetzung und die Wasserlöslichkeit besonders achten.Schädlinge: Im Juni ist das Wetter oft noch recht unbeständig und unsere Pflanzen haben die Umstellung vielleicht nicht allerorts gut verkraftet. Sie sind so jetzt anfällig für pilzliche und tierische Schädlinge.
Nicht immer kann man gleich erkennen was fehlt, aber wehret den Anfängen, so dass nicht Invasionen von Schädlingen über unsere Lieblinge herfallen. Man muss nicht gleich mit Kanonen schießen, manchmal hilft schon ein Platzwechsel und der Wind ist den Weißen Fliegen so zuwider, dass sie das Weite suchen (funktioniert bei unseren Ampeln, die Wind und Wetter ausgesetzt sind!). An Hausmauern und geschützten Stellen bei Stauluft in Carports fühlen sie sich auch wohl, so dass nur die chemische Keule hilft und das nicht immer. Erfolg verspricht das Eingießen mit einem Insekticid noch bevor der Befall sichtbar wird. Stecklingsplatten kann man, wenn sie durchwurzelt sind, am besten in die Lösung tauchen (geringster Verbrauch am teuren Präparat).
Nützlinge werden in Gärtnereien seit ein paar Jahren mit Erfolg eingesetzt, haben aber im Freiland leider keine Wirkung, ausgenommen die Bekämpfung des Dickmaulrüsslers mit Nematoden, sie dringen bei einer Mindesttemperatur von 12.-15 Grad C in die schädigenden engerlingartigen Larven ein und parasitieren sie.
Blattläuse zeigen sich in der Regel bei Temperaturstau, Ungleichgewicht von Wachstum und Wasserzufuhr. Sobald das wieder ausgeglichen ist sind auch die Blattläuse wieder weg. Bei unseren Monokulturen können sie aber schon unschöne Kräuselungen und Stauchungen der Triebspitzen hervorgerufen haben und ihre Honigtau-Ausscheidungen sind wieder Nährboden für den Rußtau (ein schwarzer Belag, der die Pflanze beim Assimilieren stört), der also nicht nur ein Schönheitsfehler ist. PIRIMOR als Spritzmittel hilft, auch NEM-Produkte zeigen gute Wirkung.
Grauschimmel (Botrytis) kann schon im Juni auftreten, wenn irgendeine Kulturmaßnahme zeitlich nicht richtig gesetzt wurde, z.B. Luftfeuchtigkeit zu hoch, zu schattig, endloser Regen bei kalter Witterung, abgestorbene Pflanzenreste an oder um die Pflanze. Man muss die Kulturbedingungen ändern, Pilzschutzmittel so ausbringen, dass die Pflanzen trocken in die Nacht gehen.
Rost: bei feuchtwarmer oder auch zu kalter Witterung erscheinen an den Blattunterseiten Rostpusteln, beginnend auf den untersten Blättern. Die Blattoberseiten sind vorerst nur etwas heller verfärbt. Rasch handeln, die betroffenen Pflanzen isolieren, befallene Blätter mit Schere entfernen, Pflanzen zurückschneiden wenn nötig und sorgsam mit einem Pflanzenschutzmittel gegen Pilzbefall in kurzen Abständen nach Vorschrift sprühen.

JULI: Bewässerung und Düngung bleiben weiterhin 1 x wöchentlich oder 2 x mit halber Konzentration. Pflanzen mit gefüllten Blüten und starkem Blütenansatz verlieren in dieser Zeit oft grundlos einen Teil der älteren Blätter, sie verausgaben sich. Düngen sie einmal mit einem stark N-betonten Dünger (z.B. Harnstoff) – und das bitte schon bevor sich alle Blätter gelb verfärbt haben – und dann wieder mit Blütendünger regelmäßig weiter düngen. Im Juli werden einige Sorten ihre Vollblüte schon abgeschlossen haben und pausieren. Es ist Zeit für den sommerlichen Rückschnitt. Blütentriebe, die auf kurze Sicht wenig bis gar keine Aktivitäten zeigen, werden auf ein Blattpaar mit aktiven Achselknospen eingekürzt. Sie treiben jetzt schneller wieder zur Vollblüte durch. Es ist auch eine der täglichen Arbeiten alles Verblühte auszuzupfen oder auszuschneiden, trockene Blätter und gebrochene Zweige zu entfernen.

Sollte einmal lang anhaltender Regen unsere Fuchsien „ertränken“ wollen, achten sie bitte darauf, dass diePflanzenuntertassen immer ausgeleert werden. Wir haben auch bei allen Ampeln – die nicht gerade über dem Gehweg hängen – die Untertassen weggenommen, so dass das Wasser durchrinnen kann. Bei solch nassen Zeiten kommt bei uns auch Streudünger zum Einsatz. TRIAPON (16 – 8 – 12) wird auf die Erdoberfläche gestreut (je nach Topfgröße ein Kaffeelöffel bis ein Esslöffel), wenn es geht ein wenig eingearbeitet. Auch MANNA Hühnerdünger hat schon gute Dienste geleistet (ist sehr N-betont).

Am wichtigsten ist es aber, dass wir uns trotz der oft mühsamen Aufräumarbeiten an der Blütenpracht mit Freunden erfreuen können, Ausstellungen und andere Fuchsienfreunde (nach Voranmeldung) besuchen.

AUGUST: Die Fuchsien haben ihren Blüh-Höhenpunkt überschritten und treiben nach einem Sommerschnitt schon wieder gut durch. Eine einmalige Stickstoff-Düngung hilft ihnen dabei! Es ist das auch eine gute Gelegenheit Stecklinge zu machen, wenn sie die Möglichkeit haben mit Jungpflanzen in ein helles Winterquartier zu gehen. Verwenden sie aber nur Triebspizen ohne Knospen, da jene mit Knospen schlecht wurzeln und auch schwer ins Wachsen kommen. Die Stecklinge werden in Multitopfplatten mit Vermehrungserde gesteckt, vorher noch die Schnittfläche in SERADIX (Bewurzelungspulver) getaucht! Nicht vergessen Etiketten dazu zu stecken und die Stecklinge in einen Vermehrungskasten zu stellen. In der Regel sind sie nach 4 – 6 Wochen durchwurzelt und können in 9er Töpfen gut durch den Winter kommen.
Unsere Fuchsien werden Mitte August einmal mit Patentkali oder einem anderen K-betonten Dünger gegossen. Kali lässt das Holz der Pflanzen stärker werden und die Pflanzen kommen so besser durch den Winter. Ansonsten stellen wir die Düngung bis spätestens Ende des Monats ein. Und so genießen wir nur mehr den wunderschönen Herbstflor. Jetzt strahlen die Fuchsienblüten in der Regel besonders klare Farben aus, da die extreme Sommerhitze meist nicht mehr vorhanden ist.

SEPTEMBER – OKTOBER: Außer Gießen nach Bedarf und Sauberhalten lassen wir die Pflanzen nun nach Möglichkeit bis zum Frost im Freien. Sie blühen ja auch noch gut und sollte es wirklich überraschend Frost geben halten unsere Fuchsien das auch aus, wenn es nicht gerade Jungpflanzen sind. Eventuell kann man ja Vliese für Notfälle bereithalten.
Vorsicht ist nur geboten, wenn die Pflanzen schon für das Winterquartier zurück geschnitten sind, da sind sie dann sehr frostempfindlich. Man muss sie also gleich einräumen oder an geschützte Plätze stellen. Grundsätzlich sollen die Pflanzen aber immer so lange wie möglich im Freien stehen und so kurz wie nur möglich im Winterquartier.

Am wichtigsten ist es aber, dass wir uns trotz der oft recht mühsamen Aufräumarbeiten an der Blütenpracht gemeinsam mit Freunden erfreuen können, Ausstellungen und andere Fuchsienfreunde besuchen (nach Voranmeldung). Nur so kann man sich über sein Hobby austauschen, Ratschläge und Erfahrungen sammeln.

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